Hans Meiser mit 77 Jahren gestorben

Hans Meiser ist tot
Trauer bei seinen Kollegen
Der Vater der Talkshows in Deutschland
1946 geboren
Startalker bei RTL plus
Normale Menschen im TV
Die Flut an Talkshows
Die deutsche Realität
1700 Folgen
Das Ende seiner TV-Laufbahn
Weitere Sendungen
Zurück zum Radio
Kleine TV-Produktionen
Umstrittene Arbeiten
Neuanfang
Kurz vor Meisers Tod
Hans Meiser ist tot

Wie der Radiosender Wellenrausch mitteilte ist der Moderator und Journalist Hans Meiser mit 77 Jahren in Schleswig-Hostein an Herzversagen gestorben. Er starb bereits letzte Woche, wie Meisers Geschäftspartner Harald Thoma der dpa bestätigte.

Trauer bei seinen Kollegen

"Wir werden diesen großartigen Mann, Freund und Mitgründer unseres Senders Radio Wellenrausch nie vergessen! Danke Hans. Danke für alles", postete der Radiosender auf Instagram.

Der Vater der Talkshows in Deutschland

Meiser erlangte landesweite Bekanntheit im Privatsender RTL, bei dem er zuerst als Nachrichtensprecher zu sehen war und später als Moderator von Talkshows und anderen TV-Formaten.

1946 geboren

Hans Meiser ist 1946 in Bad Rothenfelde im Teutoburger Wald geboren. Er studierte in Stuttgart Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte und arbeitete danach im Radio. 1971 wechselte Meiser als Nachrichtenredakteur zu Radio Luxemburg, moderierte dort auch die Unterhaltungssendung "Hans im Glück" (nach einer Idee von Frank Elstner).

Startalker bei RTL plus

1984 kam Meiser zum Fernsehsender RTL plus. Dort war er einer der Hauptverantwortlichen bei der Programmentwicklung und Nachrichtenredaktion des Senders. Er war der Anchorman der RTL-Nachrichten, der erstmals im deutschen Fernsehen gemeinsam mit zwei Studiomoderatoren die RTL-Hauptnachrichtensendung "7 vor 7. Die Bilder des Tages" moderierte.

Normale Menschen im TV

Am 14. September 1992 startete seine eigene Talkshow, in der er, laut eigenen Angaben, erstmals ganz normale Menschen ins Fernsehen brachte.

Die Flut an Talkshows

Der große Erfolg dieser Sendung hatte bald viele Nachahmer und die Fernsehsender wurden mit Talkshows geradezu überschwemmt. An seinen besten Tagen hatte die Talkshow über 40 % Marktanteil.

Bild: Arabella Kiesbaur in der Talkshow "Arabella"

Die deutsche Realität

Die Gäste des Talkshowmasters Meiser waren nicht prominent. Mit ihnen sprach er über ihre alltäglichen Themen. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erhielt man bei Meiser manchmal mehr Informationen über die deutsche Realität als in gut gemeinten Sozialreportagen.

1700 Folgen

Zwischen drei und fünf Millionen Zuschauer verfolgten jeden Tag den Talk. Die Talkshow wurde zwischen 1992 und ihrer Einstellung im Jahr 2001 in insgesamt 1700 Folgen ausgestrahlt.

Das Ende seiner TV-Laufbahn

Seit November 1998 hat der "Vater der täglichen Talkshow" jedoch innerhalb eines Jahres etwa 660.000 Zuschauer verloren und der Marktanteil seiner Sendung ist von etwa 22 auf 16 Prozent gesunken. Er gab am 17. Januar 2001 seinen letzten Live-Auftritt in der Talkshow. Laut der "Frankfurter Rundschau" konnte Meiser mit seinem alten Charme nicht mehr gegen die jungen Talker wie Arabella Kiesbauer konkurrieren.

Weitere Sendungen

Meiser moderierte auch bei RTL das "Quiz 21", die Pannenshow "Life! Dumm gelaufen" (zusammen mit Birgit Schrowange) und bis 2006 "Notruf". Vor der Bundestagswahl 2002 wurden Sondersendungen als zu mutig kritisiert. RTL verlängerte 2010 Meisers Verträge nicht mehr.

Zurück zum Radio

Es wurde still im TV um Meiser. Er ging wieder zum Radio und moderierte seit 2013 jeden Sonntag die dreistündige Sendung "Talk of Town – die Hans Meiser Show".

Kleine TV-Produktionen

Als Kreuzfahrtdirektor begleitete er ab März 2015 fünf Wochen lang auf der MS Hamburg vier Mittelmeertouren. Seit 2015 war er "Der kleine Mann" und 2017 gelegentlich in der Rolle des fiktiven deutschen Bundespräsidenten Hans-Meiser Steinmeiser in der Satiresendung "Neo Magazin Royale" bei ZDFneo zu sehen.

Umstrittene Arbeiten

2017 erhielt Meiser Kritik aufgrund seiner Arbeit für ein umstrittenes Online-Portal. Die Produktionsfirma von Jan Böhmermanns Sendung "Neo Magazin Royale" hat sich nach Bekanntwerden dieser Handlung von Meiser getrennt. Zu dieser Zeit war er unregelmäßig in der Show als Sidekick aufgetreten.

Neuanfang

Im Jahr 2022 gründete Meiser zusammen mit Dietmar Baum und Harald Thoma, dem Sohn des ehemaligen RTL-Chefs Helmut Thoma, ein neues Rundfunkunternehmen mit dem Namen Radio Wellenrausch.

Kurz vor Meisers Tod

Radio Wellenrausch, welches seinen Hauptsitz am Flughafen Lübeck hat, startete am 29. Oktober 2023, kurz vor seinen Tod seinen Sendebetrieb. Ruhe in Frieden.